Echo 2015-3 - page 12

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Waldbreitbach.
Mit dem diesjährigen,
dem mittlerweile 7. Chefärztekongress
schlugen die Verantwortlichen neue
Wege ein. Für den Vormittag hatten sie
hochkarätige Gäste eingeladen: Dr. Regi-
na Klakow-Franck vom Gemeinsamen
Bundesausschuss (G-BA), Dr. Irmgard
Stippler, die Vorstandsvorsitzende der
AOK Rheinland-Pfalz /Saarland, und
Staatssekretär David Langner aus dem
Mainzer Gesundheitsministerium waren
gekommen, um über Qualitätsvorgaben
zur Krankenhausplanung zu referieren
und über deren Chancen und Risiken mit
den Chef- und Leitenden Ärzten aus der
gesamten Trägerschaft (erstmals mit da-
bei auch die Vertreter aus dem Katholi-
schen Klinikum Mainz) zu diskutieren.
Das taten sie Mitte April im Forum Anto-
niuskirche auf dem Waldbreitbacher
Klosterberg. Hierhin kehrte der Chefärz-
tekongress, der die letzten Male auf dem
RheinAhrCampus in Remagen stattge-
funden hatte, nunmehr zurück.
David Langner unterstrich in seinem
Statement, dass Rheinland-Pfalz über
eine hochwertige Gesundheitsversor-
gung verfüge. Gleichwohl, so der Staats-
sekretär, brauche es gezielter Maßnah-
men der Qualitätssicherung. Es müsse
allerdings gewährleistet sein, dass der
bürokratische Aufwand für die Kliniken
vertretbar sei und die notwendigen
Maßnahmen auch bezahlbar blieben.
Nach den Worten von Dr. Regina Klakow-
Franck, die als unparteiisches Mitglied
demGemeinsamen Bundesausschuss an-
gehört, hat die Idee des Qualitätswettbe-
werbes durch den Koalitionsvertrag 2013
eine Renaissance erfahren. Qualitätszu-
bzw. -abschläge sollten helfen, dieses Ziel
zu erreichen. Nur: Die Qualitätsvorgaben
des G-BA könnten die Struktur- und Fi-
nanzierungsprobleme der Krankenhäuser
nicht hinreichend lösen. Für Klakow-
Franck sind deshalb auch der Struktur-
fonds und der Abbau des Investitionskos-
tenstaus unerlässlich. Weiterhin plädierte
sie für die Weiterentwicklung des DRG-
Systems.
Für die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
ist eine flächendeckend hohe Qualität
der medizinischen Versorgung ein wich-
tiges Ziel. Und das natürlich, so die Vor-
standsvorsitzende Dr. Irmgard Stippler,
zu vernünftigen Preisen. Und: Die AOK
will als Partner eine qualitätsorientierte
und bedarfsgerechte Versorgung im
Lande aktiv mit gestalten.
Was heißt das konkret für die Kliniken
der Marienhaus Unternehmensgruppe?
Wie sollen gerade kleinere Krankenhäu-
ser im ländlichen Raum angesichts von
beispielsweise Mindestmengen, der For-
derung nach weiterer Spezialisierung
und gleichzeitig wachsenden Schwierig-
keiten, ärztliche Mitarbeiter zu gewin-
nen, dauerhaft bestehen können? Wenn
weiterhin der Gesetzgeber in Berlin
auch noch fordert, dass Qualität bei der
Krankenhausplanung eine größere Rolle
spielen müsse und gute Leistungen be-
sonders vergütet werden müssten? –
Das waren die Fragen, die die Teilneh-
merinnen und Teilnehmer anschließend
in drei Foren mit den Referenten disku-
tierten. Die durchgängig geäußerte Sor-
ge: Die kleineren Häuser sind personell
am Limit und bluten zunehmend aus.
Wenn sie dauerhaft erhalten bleiben
sollen, so müssen sie aus dem Struktur-
fonds Unterstützung erhalten. Zumin-
dest ein klein wenig Hoffnung machte
Irmgard Stippler den Teilnehmern mit
dem Hinweis, Krankenhäuser und Kost-
enträger säßen im gleichen Boot, wenn
und weil es um die Versorgung der Pati-
enten ginge.
Sorge, dass die kleineren Häuser zunehmend ausbluten
Der Chefärztekongress diskutierte mit hochkarätigen Gästen über Qualitätsvorgaben zur
Krankenhausplanung – Raum auch für trägerinterne Informationen und Diskussion
Dr. Regina Klakow-Franck vom G-BA im Gespräch mit Privatdozent Dr. Luciano Pizzulli
(Mitte), dem Chefarzt der Kardiologie im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und dem
Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler, und Prokurist Dr. Michael Masanneck.
Staatssekretär David Langner (links) und Geschäftsführer Dr. Günter Merschbächer be-
stritten gemeinsam die Diskussion in einem Forum. Rechts im Bild Moderator Georg Beule.
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