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MARIENHAUS
Echo
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wie lernt man diese unsere Trägerschaft
am besten kennen? Indem man die Ein-
richtungen besucht und das persönliche
Gespräch mit den Verantwortlichen vor
Ort sucht. Das tut Dr. Heinz-Jürgen Scheid
seit Mitte April ganz gezielt; denn er will
sich ein authentisches Bild davon ma-
chen, wo die Stärken der Häuser liegen,
aber auch erfahren, wo sie ganz konkret
der Schuh drückt. Bei einem dieser Besu-
che haben wir ihn und Schwester M. Basi-
na Kloos begleitet. Und auch wenn der
Besuch in der Marienhausklinik Ottweiler
eher einer von der entspannten und har-
monischen Sorte war (deshalb ist der Bei-
trag auch mit
Das Beste verwahrt man
sich halt immer bis zum Schluss
über-
schrieben), kamen auch dort in aller Of-
fenheit die Themen auf den Tisch, an de-
nen die Klinik und der Träger vordringlich
arbeiten müssen. – Dazu gehört neben
allen anderen Themen und Problemen
übrigens auch das Wir-Gefühl. Das müs-
se (wieder) gestärkt werden, denn das
habe den Träger stark gemacht, sagt Dr.
Heinz-Jürgen Scheid, der mittlerweile die
Nachfolge von Schwester M. Basina
Kloos in der Holding-Geschäftsführung
und im Vorsitz der Marienhaus Stiftung
angetreten hat. – Die Lektüre der folgen-
den Doppelseite legen wir Ihnen beson-
ders ans Herz.
Seit nunmehr 20 Jahren gibt es in der
Trägerschaft weltliche Oberinnen. War
es 1995 noch eine kleine Sensation, dass
eine Ordensgemeinschaft eine weltliche
Mitarbeiterin mit Aufgaben betraute,
die bis dato Ordenschristen vorbehalten
waren, so ist das zumindest in der Mari-
enhaus Unternehmensgruppe mittler-
weile selbstverständlich geworden. Wie
es dazu gekommen ist, was die Wald-
breitbacher Franziskanerinnen Anfang
der 1990er Jahre auf diese Idee brachte,
warum dieses Experiment auf Anhieb
gelingen musste und warum deshalb für
diese Aufgabe auch nur Christa Garvert
in Frage kam, das hat uns Schwester M.
Basina Kloos, die damals Generaloberin
der Ordensgemeinschaft war, erzählt.
Und Christa Garvert hat sich in unserem
Gespräch auch noch sehr genau daran
erinnert, dass es ihr anfangs schwer ge-
fallen sei, „den Menschen zu erklären,
was ich überhaupt mache“. Ein klares
Profil oder eine klassische Aufgabenbe-
schreibung gab es damals nämlich noch
nicht. – Das ist heute gänzlich anders.
Das Amt der Krankenhausoberin ist ak-
zeptiert und etabliert. Auch ihr Stellen-
wert ist ein besonderer; und deshalb ist
es auch eine Aufgabe, für die man sich
nicht bewerben kann. So ist auch unser
Beitrag auf den Seiten 6 und 7 über-
schrieben.
In den letzten Wochen sind wir aus dem
Feiern gar nicht mehr heraus gekommen.
Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Neu-
wied wurde 125 Jahre alt, das St. Josef-
Krankenhaus in Hermeskeil feierte sein
135-jähriges Bestehen. Und in Wadern
(das lesen Sie im Horizont) sind die Wald-
breitbacher Franziskanerinnen schon seit
150 Jahren tätig – getreu dem Motto der
Ordensgründerin Mutter Rosa: Seid den
Kranken gut! Was von diesen Feier-Tagen
ganz besonders hängen blieb, war, wie
sich die Mitarbeiterinnen undMitarbeiter
in Neuwied in die Gestaltung des Gottes-
dienstes mit einbrachten. Die beiden
muslimischen Mitarbeiter, die eine Sure
vortrugen, die jesidische und die menno-
nitische Mitarbeiterin, die beide ein Ge-
bet sprachen – sie ließen die Vielfalt der
Kulturen in die Liturgie mit einfließen
und erkennen, welch große Vielfalt der
Charismen die Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter des Klinikums, nein der gesam-
ten Trägerschaft auszeichnen. – Deshalb
haben es Mohamed Afellah und Ramzi
Jebali zusammen mit Dechant Thomas
Darscheid auch auf den Titel dieser Aus-
gabe geschafft.
Wenn sich ein junger Mensch ein Bein
bricht, ist das in der Regel kein größeres
Malheur. Bei einem älteren Menschen
dagegen kann ein vermeintlich einfacher
Beinruch viel gravierendere Folgen ha-
ben und schlimmstenfalls dazu führen,
dass der Betroffene seine Selbstständig-
keit verliert und zum Pflegefall wird. Da-
rauf haben die Unfallchirurgen und die
Geriater im Krankenhaus Maria Hilf in
Bad Neuenahr-Ahrweiler reagiert und
das Alterstraumatologische Zentrum ge-
gründet. Das ist im Mai zertifiziert wor-
den und sicherlich ein lobenswertes Pro-
jekt dazu. Denn damit erleichtert man
dem alten Menschen die postoperative
Behandlung und Rehabilitation. – Lesen
Sie dazu unseren Beitrag auf Seite 8.
Seit Anfang Mai verzichten die Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter (zumindest
die meisten von ihnen) im Krankenhaus
Hetzelstift in Neustadt an der Weinstra-
ße freiwillig darauf, Patienten, Besuchern
oder auch Kollegen bei der Begrüßung
oder der Verabschiedung die Hand zu
schütteln. Das tun sie nicht, weil sie un-
höflich sein wollen oder ihnen das Hän-
deschütteln lästig ist, sondern allein aus
hygienischen Gründen. Denn durch den
Verzicht aufs Händeschütteln wird die
wichtigste Quelle zur Verbreitung von
Bakterien und Viren imKrankenhaus aus-
geschaltet.
Aus hygienischer Sicht macht
das auf alle Fälle Sinn
ist unser Beitrag auf
Seite 20 überschrieben. – Weil sicherlich
niemand in der Trägerschaft demHände-
schütteln den Garaus machen möchte,
habenwir demArtikel über das No-Hand-
Shake Krankenhaus in Neustadt einen
Bericht gegenüber gestellt, der mit ei-
nem Hand-Shake Foto bebildert ist. Wie
anders sollte man auch ins Bild setzen,
dass die beiden Neurochirurgen in Bit-
burg Hand in Hand arbeiten wollen?
Es gäbe noch eine Reihe von Themen,
auf die wir Sie besonders hinweisen
wollten (die Demonstrationen im Rah-
men des Aktionstages „162.000 fehlen“
beispielsweise), aber dazu reicht dies-
mal der Platz leider nicht aus. So bleibt
nur, Ihnen wie immer viel Spaß bei der
Lektüre zu wünschen.
Ihr
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