Echo 2015-3 - page 4

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Ottweiler.
Hinter dem Haus liegt eine
längere Durststrecke. Aber die ist, das
unterstreichen auch die neuesten Zah-
len, überwunden. Die Marienhausklinik
Ottweiler ist mittlerweile wieder „auf
einem guten Weg“, wie Oberin Christel
Müller gleich zu Beginn des Gespräches
feststellt. Auch die medizinische Aus-
richtung stimmt (wieder). Und die Iden-
tifikation der Bevölkerung und der Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem
Haus ist überwältigend. „Auch in den
schwierigen Zeiten haben uns unsere
Mitarbeiter die Stange gehalten“, ver-
teilt Pflegedirektor Lothar Schramm ein
dickes Kompliment. – Schwester M. Ba-
sina Kloos und Dr. Heinz-Jürgen Scheid
hören bei ihrem Besuch in der Marien-
hausklinik Ottweiler Ende Mai viel Posi-
tives. Anfangs zumindest.
Nach Ostern haben die beiden begonnen,
die Einrichtungen in der Trägerschaft zu
besuchen. Heinz-Jürgen Scheid, der suk-
zessive die Nachfolge von Schwester M.
Basina antritt, soll und will vor Ort die
handelnden Personen kennenlernen und
sich ein Bild davon machen, wo die Stär-
ken der Häuser liegen, aber auch erfah-
ren, wo der Schuh drückt. Deshalb neh-
men sich Schwester M. Basina und Dr.
Heinz-Jürgen Scheid auch ausreichend
Zeit für ihre Besuche und sprechen nicht
nur mit Direktoriumund Chefärzten, son-
dern auch mit der Mitarbeitervertretung.
Während sich die Termine in den Senio-
reneinrichtungen und in denen der Ju-
gendhilfe noch bis weit in den Sommer
hinein ziehen werden, ist dieMarienhaus-
klinik in Ottweiler mit ihren 121 Betten
nicht nur das kleinste Krankenhaus, son-
dern auch die letzte Klinik, die die beiden
besuchen. – Das Beste verwahrt man sich
halt immer bis zum Schluss, wie der Ärzt-
liche Direktor Dr. Martin Bier in seiner be-
kannt humorvollen Art formuliert.
Auch wenn Ottweiler nur 121 Betten
zählt, so ist das Haus doch alles andere als
ein klassischer Grund- und Regelversor-
ger, sondern mit seiner Gefäßchirurgie,
der interventionellen Kardiologie und der
Orthopädie und Unfallchirurgie, die ne-
ben der Wirbelsäulen- auch die Fußchir-
urgie anbietet, hochgradig spezialisiert.
Und tritt damit den Beweis an, dass auch
kleinere Häuser erfolgreich sein können,
wenn die medizinische Ausrichtung
stimmt. Und wenn Kooperation (im Haus
scheint sie gut zu funktionieren, dieser
Eindruck zumindest drängt sich auf) kon-
sequent gelebt wird. Gute Kontakte gibt
es nicht nur zu den Schwesterkliniken in
St. Wendel und Neunkirchen (nicht von
ungefähr fällt in den Gesprächen mehr-
mals das Stichwort vom Klinikverbund
Saar-Ost), auch die Vernetzung mit dem
Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen
ist ausgeprägt.
Eine weitere Besonderheit des Hauses:
Die Marienhausklinik Ottweiler gehört
erst seit wenigen Jahren zur Unterneh-
mensgruppe. Die Marienhaus GmbH
übernahm das damalige Kreiskranken-
haus zusammen mit der Kinderklinik
Kohlhof 2008 von der Klinikgesellschaft
des Landkreises Neunkirchen. Dieser Trä-
gerwechsel war denn auch stark angst-
besetzt. Viele Mitarbeiter, so MAV-Vor-
sitzender Henning Fries, hätten sich
damals Sorgen um ihre ganz persönliche
Zukunft gemacht. Das ist lange über-
wunden. „Wir sind längst in der Marien-
haus-Familie angekommen“, so Pflegedi-
rektor Lothar Schramm.
Aber: Wo viel Licht ist, ist auch genü-
gend Schatten. Auch wenn die OPs bau-
lich top sind und die neu gestaltete Or-
thopädische Ambulanz gerade fertig
geworden ist, so hat das Haus doch ei-
nen großen Sanierungs- und Investiti-
onsstau. Ganz oben auf der Liste steht
der altersschwache Aufzug, der als ein-
ziger das dritte Obergeschoss und da-
mit das Herzkatheterlabor anfährt und
dringend saniert werden muss. Dicht
gefolgt von den Patientenzimmern, die
den Charme der 1970er Jahre versprühen
Das Beste verwahrt man sich halt immer bis zum Schluss
Bei seinen Besuchen in den Einrichtungen lernt Dr. Heinz-Jürgen Scheid die Trägerschaft
hautnah kennen – Notizen aus der Marienhausklinik Ottweiler
Hennig Fries, Anna Hofrichter und Heike Zimmer von der MAV hatten sich auf das Gespräch
mit Dr. Heinz-Jürgen Scheid und Schwester M. Basina Kloos gut vorbereitet (von links).
Auch Dr. Joachim Wagner (Orthopädie und Unfallchirurgie), Privatdozent Dr. Patrick Müller-
Best (Innere Medizin), Dr. Martin Bier (Anästhesie), Dr. Thomas Frenzel (Interventionelle
Radiologie) und Ute Anton (Gefäßchirurgie) hielten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg
(von links).
Fotos: hf
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