Echo 2015-3 - page 7

MARIENHAUS
Echo
3/2015
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GEBR. WESTHOFF GMBH & CO. KG ·
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KAFFEEKULTUR AUS LEIDENSCHAFT
Marienhaus Klinikum ihr in den fünf Jah-
ren, in denen sie dort Oberin war, doch
sehr ans Herz gewachsen sei.
Dass Christa Garvert anschließend in die
Geschäftsführung wechselte, zeigt si-
cherlich auch, dass das Experiment mit
der weltlichen Oberin gelungen ist. –
Aber das sei nur in Klammern angefügt.
Sie soll die Hände frei
haben für die Menschen
Auch wenn es für die Oberin nicht von
Anfang an eine klare Aufgabenbeschrei-
bung gab, so hat Schwester M. Basina
mit ihrer legendären Formulierung, es
solle in jedem Direktorium ein Mitglied
geben, das die Hände frei hat für die
Menschen, doch die Richtung eindeutig
vorgegeben. Die Oberin solle die Umset-
zung der Unternehmensphilosophie im
Alltag vorantreiben und damit den Auf-
trag des Trägers als kirchlicher Stiftung
wach zu halten versuchen; solle An-
sprechpartnerin für Mitarbeiter und Pati-
enten sein; helfen, eine Kooperations-
und Kommunikationskultur aufzubauen;
die verschiedenen Bereiche des Kranken-
hauses miteinander vernetzen. Kurz ge-
sagt: Die Oberin solle dafür sorgen, dass
Menschlichkeit und Christlichkeit in den
Einrichtungen nicht unter die Räder kom-
men, formulierte es vor 20 Jahren das St.
Elisabeth-Forum (wie das Marienhaus-
Echo damals hieß) in seinem Beitrag über
die erste weltliche Oberin Christa Gar-
vert. – Das, so fügt Christa Garvert heute
hinzu, könne im übrigen aber nur gelin-
gen, wenn man seine Wurzeln kenne
(konkret: Leben, Werk und Intention der
Ordensgründerin Mutter Rosa); denn nur
dann könneman auch Zukunft gestalten.
Spiritueller Mehrwert
1995 war es (zumindest im Raum der ka-
tholischen Krankenhäuser) eine kleine
Sensation, dass eine Ordensgemeinschaft
eine weltliche Mitarbeiterin mit Aufga-
ben betraute, die bis dato Ordenschris-
ten vorbehalten waren. Damals war die
Skepsis bei vielen Ordensgemeinschaf-
ten groß, erinnert sich Schwester M. Ba-
sina. „Den spirituellen Mehrwert haben
viele Gemeinschaften erst viel später er-
kannt“, weiß sie. – In der Marienhaus Un-
ternehmensgruppe gibt es übrigens, seit
Schwester M. Esther Rivinius Ende 2013
das Marienhaus Klinikum Saarlouis - Dil-
lingen verlassen hat und Sabine Ruppert-
Fürstos an ihre Stelle getreten ist, nur
noch weltliche Oberinnen.
„Das Bild müssen Sie selbst malen“
Auch wenn die Marienhaus Stiftung in
der Zwischenzeit das Profil der Kranken-
hausoberin schriftlich fixiert hat, so ist
die Vielfalt und Spannweite in den Per-
sönlichkeiten doch erfreulich und erfri-
schend groß. Jede Oberin füllt ihre Auf-
gabe auf ihre je eigene Weise aus und
setzt dabei sicherlich auch ihre ganz per-
sönlichen Akzente und Schwerpunkte.
„Mir hat Schwester Basina damals ge-
sagt: ‚Wir können Ihnen Leinwand und
Farbe zur Verfügung stellen, das Bild
müssen Sie selbst malen’“, erinnert sich
Christel Müller, als wäre es gestern ge-
wesen. Sie ist die dritte weltliche Oberin
und seit April 1997 im Amt. Bei der Fusi-
on des St. Josef-Krankenhauses Neunkir-
chen mit der Kinderklinik auf dem Kohl-
hof und auch bei der Integration des
Krankenhauses Ottweiler in die Träger-
schaft hat sie als Oberin eine zentrale
Rolle gespielt. Veränderungsprozesse
anzustoßen, zu begleiten und zu mode-
rieren, gehört halt auch zu ihren vielfälti-
gen Aufgaben.
Vielfalt und Unterschiedlichkeit
Diese Vielfalt und Unterschiedlichkeit in
den Persönlichkeiten der Oberinnen –
„das darf so sein“, bricht Schwester M.
Basina eine Lanze für die weltlichen Obe-
rinnen. Für den Träger ist in erster Linie
entscheidend, dass seine Oberinnen für
Ethik und Werte einstehen, die christli-
che Kultur im Hause fördern und gestal-
ten, für die Menschen da sind und damit
in den Einrichtungen dem Evangelium
Raum geben.
Weil diese Aufgabe so wichtig ist, ist das
Amt der Oberin auch keines, für das
man sich bewerben kann – nein, man
wird gefragt. Und es wird dieses Amt
auch in Zukunft geben. Allen wirtschaft-
lichen Zwängen zum Trotz. Schließlich
muss es in den Krankenhäusern jeman-
den geben, der die Hände frei hat für die
Menschen.
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