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MARIENHAUS
Echo
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Bitburg.
„Hepatitis C ist eine heilbare
Krankheit geworden“, sagt Dr. Thomas
Koch nicht ohne Genugtuung. Denn
Anfang letzten Jahres sind, so erläutert
es der Chefarzt der Inneren Medizin II
des Marienhaus Klinikums Eifel in Bit-
burg, neue Medikamente auf den Markt
gekommen, die die Behandlung dieser
tückischen Infektionskrankheit grund-
legend verändert haben. Die neuen
Substanzen lassen bei neun von zehn
Patienten die Krankheit ausheilen, sie
haben kaum Nebenwirkungen und sor-
gen so dafür, dass der Patient auch wäh-
rend der Therapie arbeitsfähig ist. – Dr.
Thomas Koch hat in seiner Hepatitis-
Ambulanz im Bitburger Krankenhaus
seit Herbst 2014 bereits 15 Patientinnen
und Patienten erfolgreich mit den neu-
en Präparaten behandelt und freut sich,
dass sie wieder ein unbeschwertes Le-
ben führen können.
Zwischen 400.000 und 500.000 Men-
schen in Deutschland, so schätzt man,
leiden an Hepatitis C. Viele wissen nicht
einmal, dass sie infiziert sind, geschweige
denn, wie sie sich infiziert haben. Unbe-
handelt wird die Krankheit oft chronisch.
Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom
können dann die Folge sein. In den 1980er
Jahren wurde eine Interferontherapie
entwickelt und eingesetzt. Auch wenn
diese kontinuierlich verbessert wurde, so
lag die Erfolgsquote doch teilweise nur
bei 50 Prozent. Und diese Therapie, die bis
zu 48 Wochen dauerte, war mit teilweise
massiven Nebenwirkungen verbunden.
Deshalb, so berichtet Dr. Thomas Koch,
hätten viele Patienten bewusst auf eine
Behandlung mit Interferon verzichtet;
auch Patienten mit langen Leidensge-
schichten.
In seiner Ambulanz kann Dr. Thomas
Koch jeden Patienten behandeln, der an
einer chronischen infektiösen Leberer-
krankung wie Hepatitis B oder C leidet.
Auch die Behandlung von so genannten
chronischen Autoimmunerkrankungen
ist hier möglich. Was die Patienten mit-
bringen müssen, ist einzig und allein
eine Überweisung ihres behandelnden
Internisten. Die Therapie wird ganz indi-
viduell auf den Patienten zugeschnitten
und ist unter anderem abhängig vom
Typ des Virus (Genotyp), der Menge der
im Körper befindlichen Viren, dem Aus-
maß des bisher eingetretenen Leber-
schadens und der Frage, ob und wie die
Krankheit bisher behandelt worden ist.
Das ausführliche Anamnesegespräch
wird durch Blut- und Ultraschalluntersu-
chungen ergänzt und abgerundet.
Die neue medikamentöse Therapie dau-
ert dann, so rechnet Koch vor, im Nor-
malfall zwölf Wochen. Nur in sehr selte-
nen Fällen muss weitere 24 Wochen
behandelt werden; und weitere drei
Monate später ist klar, ob die Therapie
angeschlagen hat und erfolgreich war.
Bei den allermeisten Patienten ist das
der Fall. Deshalb sagt Dr. Thomas Koch
(siehe oben) ja auch: „Hepatitis C ist
eine heilbare Krankheit geworden“.
„Hepatitis C ist eine heilbare Krankheit geworden“
Marienhaus Klinikum Eifel: Die Hepatitis-Ambulanz von Dr. Thomas Koch ist die einzige in der
Region und behandelt alle Patienten, die an einer chronischen Lebererkrankung leiden
Wenn Patienten in seine Hepatitis-Ambulanz kommen, dann führt Dr. Thomas Koch, der
Chefarzt der Inneren Medizin II des Marienhaus Klinikums Eifel in Bitburg, zunächst ein
ausführliches Anamnesegespräch.
Auch mit einer Ultraschalluntersuchung verschafft sich Dr. Thomas Koch ein Bild vom
Zustand der Leber.
Fotos: hf
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